Tarifvertrag für länder

Der Fall Frankreich zeigt jedoch, warum die Zahlen mit Vorsicht behandelt werden müssen. Obwohl der Tarifvertrag extrem hoch ist, weisen einige Vereinbarungen Sätze auf, die unter dem Niveau des französischen nationalen Mindestlohns liegen und daher ungültig sind. Individuelle Lohnerhöhungen, die nicht ausgehandelt werden, spielen auch eine wichtige Rolle bei der Festlegung der Löhne vieler französischer Arbeitnehmer. Das Gesetz ist nun im Trade Union and Labour Relations (Consolidation) Act 1992 s.179 enthalten, wonach im Vereinigten Königreich Tarifverträge endgültig als nicht rechtsverbindlich angesehen werden. Diese Vermutung kann widerlegt werden, wenn die Vereinbarung schriftlich vorliegt und eine ausdrückliche Bestimmung enthält, die besagt, dass sie rechtlich durchsetzbar sein sollte. In Portugal, wo viel weniger Arbeitnehmer durch neue Vereinbarungen abgedeckt sind und die letzten Änderungen erst im September 2014 in Kraft treten, kann es sein, dass die Änderungen in den Tarifverträgen noch durchstehen müssen. Wie die Gewerkschaftsdichte ist auch die Dichte der Arbeitgeberorganisationen in den OECD- und Beitrittsländern sehr unterschiedlich – in den mittel- und osteuropäischen Ländern, Korea und der Türkei ist sie sehr niedrig, in den Niederlanden, Schweden, Belgien und Luxemburg dagegen bei etwa 80 % (und in Österreich 100 % aufgrund der Zwangszugehörigkeit aller Unternehmen). In den meisten OECD-Ländern außerhalb Europas vertreten Arbeitgeberverbände die Interessen der Wirtschaft (d. h. Lobby und Stimme), verhandeln aber keine Tarifverträge, wobei die meisten, wenn nicht alle Verhandlungen auf Unternehmensebene stattfinden.

Tarifverhandlungen und die Stimme der Arbeitnehmer sind wichtige Arbeitnehmerrechte und potenziell starke Ermöglicher eines integrativen Arbeitsmarktes. Da die digitale Transformation, die Globalisierung und der demografische Wandel den Arbeitsmarkt neu gestalten, sind Tarifverhandlungen gut in der Lage, Lösungen für sich abzeichnende kollektive Herausforderungen zu entwerfen. Dennoch ist ihre Fähigkeit, zu liefern, durch die Schwächung der Arbeitsbeziehungen in vielen Ländern, das Gedeihen neuer – oft prekärer – Beschäftigungsformen und die fortschreitende Individualisierung der Arbeitsverhältnisse bedroht. Eurofound sammelt über sein Netzwerk von Eurofound-Korrespondenten Informationen auf Länderebene über Tarifverhandlungen in der EU. EU-weit ist der Versicherungsschutz bei Dentarifen sehr unterschiedlich, wie Eurofound-Recherchen zeigen. Etwa 60 % der Arbeitnehmer sind in der EU von Tarifverhandlungen betroffen, aber dies reicht von 80 % oder mehr in einigen Ländern bis zu weniger als 10 % in anderen Ländern (Daten der Europäischen Kommission). In Rumänien führte das Gesetz über den sozialen Dialog von 2011, das die Verhandlungen auf nationaler Ebene abschaffte und es den Gewerkschaften erheblich erschwerte, auf Industrieebene zu verhandeln, dazu, dass die Tarifabdeckung von 98 % im Jahr 2011 auf schätzungsweise 36 % ein Jahr später zurückging. In der zweiten Gruppe – Österreich, Belgien, Frankreich, Italien, niederlande und Portugal – spiegelt das derzeit hohe Niveau der Tariferstattung zumindest teilweise den rechtlichen Rahmen wider, in dem Tarifverhandlungen stattfinden.

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